Die Sächsische Zeitung zitiert heute Katja Erfurth, Tänzerin und Choreographin (Foto Max Messer). Gemeinsam mit anderen Dresdner Künstler*innen engagiert sie sich in der Koalition Freie Darstellende Künste. „Sie ist ein Zusammenschluss von gut zwei Dutzend professionellen, unabhängig produzierenden Tanz-, Theater-, Performance- und Medienkünstlern. Deren Ziel ist es, mit der Kulturpolitik und Kulturinstitutionen das Potenzial der relativ starken Szene in der Stadt besser auszuschöpfen: mit optimierten Gestaltungs- und Produktionsstrukturen, mit Mindesthonoraren, mit einer besseren Nachwuchsförderung und einer stärkeren Einbeziehung und Bildung des Publikums.

Am Montag wird es durch die Sächsische Akademie der Künste und das Festspielhaus Hellerau dazu ab 19 Uhr eine Diskussion im Festspielhaus geben. Themen sind: Unter welchen Bedingungen wird in Dresden und anderen Städten gearbeitet? Welchen Stellenwert hat die Szene im Haushalt der Landeshauptstadt? Warum verlassen viele junge Künstler Dresden, wo sie fantastisch ausgebildet worden sind, etwa an der Palucca Schule?“

Präsentiert wird auch das Positionspapier der Koalition „Zwei für Dresden“. Gemeint ist, dass Dresden seine Kulturausgaben für diese Künstler deutlich erhöhen und die bestehenden Förderinstrumente umstrukturieren müsste, um „der fortschreitenden Prekarisierung“ der freien Tanz- und Theaterleute entgegenzuwirken.

Die ist tatsächlich fatal. „Selbstausbeutung, mangelnde Probenzeit, zu wenig bezahlbare Probenräume und minimale Aufführungshonorare sind unser Alltag“, so Katja Erfurth im Namen ihrer Kollegen. „Ja, selbst gewählt. Es ist ja auch schön, ohne Hierarchien zu arbeiten. Zugleich weisen wir darauf hin, dass wir ja nichts geschenkt haben, aber für unsere Leistung angemessen und fair bezahlt werden wollen.“ Auch müsste es überfällig eine Unterscheidung zwischen professioneller sowie Amateur- und Laienkunst geben. Derzeit fördert Dresden vermischt, obwohl die künstlerischen Ansprüche völlig andere sind….“

Die ähnlich ausgerichtete Leipziger Kampagne Kulturstark will den Wert der Freien Szene, aber auch die klaffende Gerechtigkeitslücke sichtbar machen und fordert einen Aufwuchs der jährlichen Fördermittel um mindestens 3,5 Mio Euro ab dem kommenden Haushalt. Auch sie geht jetzt an die Öffentlichkeit…..

„Ich will keine Geschenke, aber fair für meine Leistungen bezahlt werden“, sagt Katja Erfurth, Jahrgang 1971. Eines ihrer aktuellen Projekte ist die Dresdner Stadtrundfahrt auf den Spuren von Mary Wigman an diesem Sonnabend: Start ist an der Villa Wigman, Bautzner Str. 107, um 11, 13, 15 und 17 Uhr….“

Aus: Bernd Klempnow  https://m.sz-online.de/sachsen/mindesthonorare-muessten-selbstverstaendlich-sein-4016053.html