Am 22. November, wurde in HELLERAU „Polski Transfer – Festival des aktuellen polnischen Theaters“ feierlich eröffnet. Neben Intendantin Carena Schlewitt und Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden, begrüßte die Regisseurin Anna Smolar die Gäste. Zur Eröffnung wurde die Produktion „Cezary zieht in den Krieg/Cezary idzie na wojnę“ von Cezary Tomaszewski und Komuna Warszawa gezeigt.

„Wir freuen uns, dass wir an den elf Festivaltagen mit mehr als 120 Mitwirkenden ein breites Spektrum ausgewählter künstlerischer Positionen des aktuellen polnischen Theaters präsentieren. Spannungsreiche Gegensätze und offene Fragen an die Zukunft werden in so unterschiedlichen künstlerischen Formen und Ästhetiken verhandelt, dass ich nur empfehlen kann, Stammgast des Festivals zu werden“, sagte Carena Schlewitt, Festival-Kuratorin und Intendantin von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste.

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden, dankte Carena Schlewitt für die Initiative, ein polnisches Theaterfestival nach HELLERAU zu bringen: „Es war ja ein ausdrücklicher Wunsch der Stadt Dresden, das Haus wieder stärker in Richtung Osteuropa auszurichten. Und gerade jetzt, wo wir mit immer größerer Sorge auf die politischen Entwicklungen in Polen blicken, ist der künstlerische Austausch und die Begegnung der Menschen umso wichtiger“.

Die polnisch-französische Theaterregisseurin Anna Smolar, die mit ihrem Stück „Jüdische Schauspieler/Aktorzy żydowscy“ bei Polski Transfer zu Gast ist, berichtet über die Arbeit an ihrem Stück, bei der sie die demokratischen Praktiken im Theater intensiv reflektiert hat: „Das ist ein Paradoxon in Polen: Je mehr die Demokratie in Polen in Gefahr ist, desto mehr versuchen die Künstler*innen in Polen, partnerschaftlich, nicht hierarchisch, gleich, respektvoll und transparent zusammen zu arbeiten. Komuna Warszawa, die bei diesem Festival zwei Stücke zeigen, sind ein perfektes Beispiel für diese Arbeit“.

Anlässlich des 100. Jahrestages der polnischen Unabhängigkeit bietet Polski Transfer bis 2. Dezember 9 große Theater- und Performance-Produktionen mit insgesamt 19 Aufführungen, 10 Filme, 9 Vorträge und 5 Installationen. Zu Gast sind u.a. Komuna Warszawa, Mădălina Dan & Agata Siniarska, Anna Karasińska, Anna Smolar, Cezary Tomaszewski sowie Krystian Lupa, der Regiemeister des polnischen Theaters. Er zeigt seine Version von „Der Prozess“ (nach Franz Kafka). Die Geschichte der Inszenierung spiegelt in besonderer Weise die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Polen, die sich auch auf die Kunst- und Kulturszene auswirken.

Weitere Informationen: www.hellerau.org/polski-transfer