Es ist eine neue Lust am Societaetstheater zu spüren. Die Lust, mit Konzepten und Projekten über das eigene Haus hinaus wirksam und präsent zu sein. Bestes Beispiel, die Aktivitäten im kulturell vernachlässigten Stadtteil Prohlis. Sie brachten im vergangenen Jahr dem kleinen Team am Haus nicht nur „unendliche Mühen“, so Intendant Andreas Nattermann (Foto) sondern neben dem Zuwachs in der Zuschauerstatistik des Hauses von 10.000 Besucher*innen (gesamt etwa 35.000) viel Respekt vor Ort. In diesem Herbst mündet die Zusammenarbeit mit dortigen Partnern wie der Cellex Stiftung und dem Quartiersmanagement Prohlis in den 1. Prohliser Theatersommer. Beginnend mit einem Gastmahl laden bis 16.9. zwei Dutzend kostenloser Veranstaltungen die Dresdner zur Begegnung mit Theater, Lesungen und Musik.

Die erste Premiere am Haus „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ von Eugene O’Neill inszenierte Regisseurin Amina Gusner. Das Publikum wurde dafür auf die Bühne gesetzt, der Zuschauerraum ist Spielraum. Von diesem zeitlichen Umbau profitiert dann auch noch die nächste Premiere „Lost in Creation“, ein Tanzprojekt von situation productions (Anna Till und Bettina Lehmann), die damit ihr Universum als Sehnsuchtsort der Menschheit  nicht in der Guckkastenenge der Bühne entfalten muss. Die jeweilige Spezifik der frei produzierenden oder arbeitenden Dresdner Theaterleute – als deren Heimatschiff sich das Societaetstheater immer stärker versteht – zu unterstützen, mündet in der neuen Spielzeit in eine Vielzahl von Kooperationen, die vorwiegend am Haus aber auch an ganz verschiedenen Orten realisiert werden. 12 Premieren weist der Spielplan im 20. Jahr des Societaetstheaters auf, der mit einem Jahresbudget für die Kunst (Honorare, GEMA und Produktionszuwendungen) von etwa 390.000,- € gestemmt werden will. (Gesamtzuwendung von Seiten der Stadt für das Haus 870.000,- €). Neben bekannten Gruppen-Namen wie Cie. Freaks und Fremde (Premiere „Was vom Tage übrig blieb“) oder DEREVO (Retrospektive mit Ausblick) finden sich 2018 / 2019 auch neue Regie- und Darstellernamen. Neu ausgerichtet ist für Mai angekündigt auch das Festival szene.Europa. Es wird diesmal Gastspiele und Künstler*innen aus sieben internationalen (Partner)Städten nach Dresden holen und gemeinsame Performances mit hiesigen Theaterschaffenden initiieren.

Infos: www.societaetstheater-dresden.de

Isma